Proxmox Ab-Härtung Debian Bullseye und Debian Bookworm

Proxmox ist eine leistungsstarke Virtualisierungsplattform, aber Sicherheit ist entscheidend. Mit Debian Bullseye oder Bookworm als Basis lassen sich durch gezielte Ab-Härtung zusätzliche Sicherheitsebenen implementieren. Dazu gehören regelmäßige Updates, Firewall-Konfigurationen, SSL-Zertifikate und Zugriffskontrollen. Ein sicherer Proxmox-Server gewährleistet den Schutz sensibler Daten und die Widerstandsfähigkeit gegenüber potenziellen Bedrohungen.

Wichtige Information

Dieser Artikel ist sehr umfangreich - dennoch kann dieser Artikel keineswegs alle Eventualitäten oder das gesamte Fachwissen zu Proxmox abdecken. Die Ansicht dieser Website ist zwar auch für Mobilgeräte optimiert, jedoch richtet sich meine Website und die Themen darauf ganz klar an Computer- oder Serverbenutzer und Administratoren. Man kann sich diese Themen auch in der Bahn auf dem Handy anschauen, aber ob das Sinn macht - wage ich selbst zu bezweifeln.

Alles in Allem kann man schon mal vorab sagen: Proxmox ist nicht mal eben so "Dicht" gemacht. Es bedarf vieler Einstellungen und Optionen um einen Proxmox-Server abzusichern.

Der Artikel ist mit verschiedenen Navigationselementen ausgestattet um eine möglichst gute Bedienung zu gewährleisten.  

Achtung

Linux Befehle nicht einfach blind in die Konsole eingeben. Es ist immer zu Prüfen, welche Linux- und Proxmox-Version verwendet werden. Auch ist die Netzwerk-, IP-, Server- und Umgebungskonfiguration ausschlaggebend, ob und wie die hier angegebenen Tipps angewendet werden können. Es sollte sich auch mit jedem Punkt einzeln und intensiv befasst werden. Man kann nicht einfach alles "abarbeiten" und dann läuft es. Proxmox abzusichern braucht Zeit und muss mit äußerster Vorsicht vonstatten gehen. Außerdem ist die Sicherheit von Servern ein dauernder Prozess. Alles einrichten und die Kellertür zuknallen, ist nicht. 

Was ist Proxmox und wofür setzt man Proxmox ein?

Proxmox ist eine Open-Source-Plattform für Virtualisierung, die auf Linux basiert und es ermöglicht, virtuelle Maschinen (VMs) und Container zu verwalten. Mit Proxmox können sowohl KVM (Kernel-based Virtual Machine) für die Virtualisierung auf Hardware-Ebene als auch LXC (Linux Containers) für die Betriebssystemvirtualisierung genutzt werden. Hier sind einige wesentliche Aspekte und Vorteile von Proxmox:

  • Virtualisierungstechnologien: Proxmox verwendet KVM und LXC, um VMs und Container bereitzustellen. KVM ermöglicht die Virtualisierung auf Hardware-Ebene und bietet eine hohe Leistung und Isolation. LXC hingegen ermöglicht die effiziente Ausführung von Anwendungen in Containern.
  • Webbasierte Benutzeroberfläche (Web GUI): Proxmox bietet eine benutzerfreundliche Web-Oberfläche, über die Benutzer ihre virtuellen Umgebungen verwalten können. Dies erleichtert die Konfiguration, Überwachung und Verwaltung von VMs und Containern.
  • Cluster-Fähigkeit: Proxmox ermöglicht die Bildung von Clustern, in denen mehrere Proxmox-Server zusammenarbeiten können. Dies bietet eine erhöhte Skalierbarkeit, Ausfallsicherheit und Ressourcenverwaltung für größere Umgebungen.
  • Live-Migration: Proxmox ermöglicht die Live-Migration von VMs zwischen verschiedenen Proxmox-Hosts, ohne dass die Dienste unterbrochen werden. Dies ist besonders nützlich für Wartungsarbeiten oder Lastenausgleich.
  • Backup und Wiederherstellung: Die Plattform bietet integrierte Mechanismen für das Sichern und Wiederherstellen von VMs und Containern. Dies unterstützt die Datensicherung und stellt sicher, dass wichtige Konfigurationen und Daten jederzeit verfügbar sind.
  • Zugriff über APIs: Proxmox bietet APIs für die Automatisierung von Aufgaben und die Integration in andere Systeme. Dies erleichtert die Anpassung und Integration von Proxmox in bestehende Infrastrukturen.
  • Community-Support und Dokumentation: Proxmox profitiert von einer aktiven Community und verfügt über eine umfassende Dokumentation. Benutzer können auf Foren, Wikis und andere Ressourcen zugreifen, um Unterstützung und Informationen zu erhalten.
  • Open Source und Lizenzierung: Proxmox ist Open Source, was bedeutet, dass es kostenlos verfügbar ist. Dies ermöglicht es Unternehmen und Einzelpersonen, kostengünstig Virtualisierungslösungen einzusetzen und anzupassen.

Zusammenfassend bietet Proxmox eine leistungsstarke, skalierbare und kostengünstige Virtualisierungslösung mit einer benutzerfreundlichen Oberfläche und einer breiten Palette von Funktionen für die Verwaltung von VMs und Containern.

Hier gebe ich Tipps zur Proxmox Ab-Härtung. Die Linuxsysteme, welche ich dafür verwende sind: Debian Bullseye und Debian Bookworm.

Achtung

Achtung. Keine Garantie auf Vollständigkeit. Eingriffe an Linux-Servern, können bei Unachtsamkeit oder Fehlern zu einem Datenverlust führen. Auch kann man sich aussperren, wenn man die Firewall, Ports, Netzwerke oder Konfigurationen falsch einstellt. Wenn Sie keine Erfahrung mit Linux haben, sollten Sie am besten zunächst die Finger davon lassen und sich erst mal an Linux rantasten. Die unten stehenden Anleitungen sind getestet und Funktionieren. Wenn Sie allerdings etwas nicht richtig machen, dann sperren Sie sich womöglich im Bereich SSH oder Firewall aus!

Nach einer Installation von Proxmox auf Debian muss / sollte ein Proxmox-Server-System abgehärtet werden. Firewall, HTTPS, Kernelparameter, Anmeldeversuche und verschiedene andere Bedrohungen können mit der folgenden Anleitung recht gut gegen unerlaubte Nutzung abgesichert werden. Es ist allerdings unmöglich jede noch so kleine Wahrscheinlichkeit abzubilden. Das A und O ist hier, informieren, nachlesen und immer am Ball bleiben.

IT-Sicherheit wird immer wichtiger

In der heutigen Zeit wird die IT-Sicherheit immer präsenter, immer wichtiger. Täglich erreichen uns Nachrichten, dass wieder ein Unternehmen, eine Gemeinde, Universitäten oder Privatpersonen gehackt wurden, dass Daten verschlüsselt wurden oder ähnliches. Wie kann man einen Linuxserver absichern? Wie kann man einen Proxmoxserver absichern? Gleich vorweg.

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Es gibt keine absolute Sicherheit. Aber man kann einiges tun, um es Angreifern schwer zu machen. Einmal sollten Sie Google oder eine Suchmaschine Ihrer Wahl nutzen und sich immer auf Stand halten. Dann halten Sie ihre Systeme auf dem neuesten Stand und lassen die Geräte nicht einfach so unbeachtet laufen im Netz. Vielleicht die Server auch ausschalten wenn sie nicht gebraucht werden, bei Linux und Proxmox ist das Stichwort : crontab um Server zeitgesteuert zu starten und herunterzufahren.

Root-Rechte werden für die folgenden Eingriffe am System vorausgesetzt. Entweder man verwendet die Shell auf einem Knoten in Proxmox, oder man wählt sich via SSH-Client auf dem Server ein.

Fail2Ban - IPS zum Abwehren von unerlaubten Anmeldeversuchen

Fail2Ban ist in Python geschrieben und ein IPS (Intrusion Prevention System) welches anhand von Logdatei-Einträgen IP Adressen sperrt. Die Konfigurationsdatei von Fail2Ban hält alle möglichen Parameter bereit um z.B. Apache, PHP, MySQL, Postfix und viele, viele andere System vor Anmeldungsversuche wie zum Beispiel Brutforce-Atacken zu schützen. Hier habe ich eine kurze Anleitung um Proxmox mit Fail2Ban abzusichern.

Fail2Ban installieren:

apt-get install fail2ban

Fail2Ban jail.conf Datei mit einem Editor öffnen, hier verwende ich nano, welcher in Debian bereits installiert ist. Es kann aber auch vi oder vim verwendet werden. Sollte kein Editor installiert sein, kann dieser ebenfalls über apt install bzw. apt-get install nachinstalliert werden. jail.conf öffnen:

nano /etc/fail2ban/jail.conf

Folgende Einträge in die Datei jail.conf einfügen:

[proxmox2]
enabled = true
port = https,http,8006
filter = proxmox2
logpath = /var/log/daemon.log
maxretry = 7
bantime = 43200
         
Dann die Datei proxmox2.conf anlegen. Sie wird bei Aufruf des folgenden Befehls erzeugt: nano /etc/fail2ban/filter.d/proxmox2.conf 

Die folgenden Einträge in die Datei proxmox2.conf schreiben, bzw kopieren:

[Definition]
# Option: failregex
# Notes.: regex to match the password failure messages in the logfile. The
# host must be matched by a group named "host". The tag < host > can
# be used for standard IP/hostname matching and is only an alias for
# (?:::f{4,6}:)?(?P< host >\S+)
# Values: TEXT
#
failregex = pvedaemon[.*authentication failure; rhost=<host> user=.*msg=.*
# Option: ignoreregex
# Notes.: regex to ignore. If this regex matches, the line is ignored.
# Values: TEXT
#
ignoreregex =

Proxmox und Debian-Systeme ausschalten, wenn nicht benötigt

Alle Systeme, die nicht benötigt werden, sollten ausgeschaltet / deaktiviert werden. Ich schalte die jetzt folgenden Systeme aus. Ob diese bei Ihnen benötigt werden, kann ich nicht sagen. Das sollte vorher in Erfahrung gebracht werden. Hier kann zu jedem System, welches ich anführe, eine Suchmaschine, wie google.de zu Rate gezogen werden.

NFS, Network File System ausschalten.
Die Datei nfs-common öffnen:
nano /etc/default/nfs-common
Den Wert: NEED_STATD=no eintragen.         

RPC, Remote Procedure Call mit folgendem Befehl ausschalten:
systemctl disable --now rpcbind.service rpcbind.socket
Server Reboot mit dem Befehl:
reboot

IPv6, Internet Protocol Version 6 ausschalten.
Die Datei sysctl.conf öffnen:
nano /etc/sysctl.conf
Den Wert: net.ipv6.conf.all.disable_ipv6 = 1 eintragen.         

Postfix auf IPv4 festlegen.
Die Datei main.cf öffnen:
nano /etc/postfix/main.cf
Den Wert: inet_protocols = ipv4 eintragen.
Postfix neu Starten:
systemctl restart postfix.service

SSH absichern - Achtung nicht für Anfänger!

SSH (Secure Shell) ist ein Netzwerkprotokoll, das sichere Remote-Verbindungen ermöglicht. Es gewährleistet verschlüsselte Kommunikation zwischen Computern und erlaubt sicheren Zugriff sowie Datentransfer über unsichere Netzwerke.

Achtung

SSH, die Secure Shell wird unter anderem verwendet um sich auf einen Server einzuloggen und sich mit diesem zu verbinden. ​SSH gilt es gesondert abzusichern. Wenn Fail2Ban bereits installiert ist und wenn richtig eingestellt, schützt Fail2Ban SSH bereits.

Die Datei sshd_config öffnen:
nano /etc/ssh/sshd_config

Die Werte anpassen:
PubkeyAuthentication yes -> SSH Key erzeugen und installieren
PermitRootLogin no -> erst setzen wenn anderer User mit root Rechten ausgestattet wurde!

PasswordAuthentication no -> erst setzen wenn SSH Keys vorliegen und installiert sind!
Den SSH Port oberhalb Port, hier: 50100 verlegen. Der gewählte Port muss noch frei sein.

Hier habe ich eine Website verlinkt, welche weitere Infos bereithält: Informationen zu Sicherheit und Risiken bei der Nutzung von SSH

Kernelparameter nach Empfehlung vom BSI, Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

Die Datei sysctl.conf öffnen:

nano /etc/sysctl.conf

Die folgenden Werte kopieren und am Ende der Datei einfügen:

# Forwarding deaktivieren
net.ipv4.ip_forward = 0
net.ipv6.conf.all.forwarding = 0 

# Packet Redirect deaktivieren
net.ipv4.conf.all.send_redirects = 0
net.ipv4.conf.default.send_redirects = 0 

# Routed Packets nicht akzeptieren
net.ipv4.conf.all.accept_source_route = 0
net.ipv4.conf.default.accept_source_route = 0
net.ipv6.conf.all.accept_source_route = 0
net.ipv6.conf.default.accept_source_route = 0 

# ICMP Redirects nicht akzeptieren
net.ipv4.conf.all.accept_redirects = 0
net.ipv4.conf.default.accept_redirects = 0
net.ipv6.conf.all.accept_redirects = 0
net.ipv6.conf.default.accept_redirects = 0 

# Secure ICMP Redirects nicht akzeptieren
net.ipv4.conf.all.secure_redirects = 0
net.ipv4.conf.default.secure_redirects = 0 

# Suspicious packets müssen geloggt werden
net.ipv4.conf.all.log_martians = 1
net.ipv4.conf.default.log_martians = 1 

# Broadcast ICMP Requests müssen ignoriert werden
net.ipv4.icmp_echo_ignore_broadcasts = 1 

# bogus ICMP responses müssen ignoriert werden
net.ipv4.icmp_ignore_bogus_error_responses = 1 

# Reverse Path Filtering aktivieren
net.ipv4.conf.all.rp_filter = 1
net.ipv4.conf.default.rp_filter = 1 

# TCP SYN Cookies müssen aktivieren werden
net.ipv4.tcp_syncookies = 1 

# IPv6 router advertisements deaktivieren
net.ipv6.conf.all.accept_ra = 0
net.ipv6.conf.default.accept_ra = 0         

Proxmox 2FA Zwei-Faktor-Authentisierung aktivieren

PVE Zwei-Faktor-Authentisierung in Proxmox einrichten und aktivieren.(Englisch)

Proxmox Firewall aktivieren und einsetzen

Die Proxmox-Firewall ermöglicht das Einrichten von Firewall-Regeln für den Schutz von VMs und Containern. Sie bietet Funktionen wie Port-Weiterleitung, NAT und Filterung von eingehendem und ausgehendem Datenverkehr, um die Sicherheit und Netzwerkleistung zu verbessern.

Achtung

Die Proxmox-Firewall birgt das Risiko einer versehentlichen Aussperrung. Falsche Konfigurationen können den Zugriff auf VMs und den Host einschränken. Sorgfältige Planung und Überwachung sind entscheidend, um unerwünschte Unterbrechungen zu vermeiden.

Firewall auf Knoten-Ebene:
Gehen Sie auf Datacenter → Firewall
Zunächst keine Quellports setzen. Nur Zielports. (Desitination-Ports, D.Port)

Klicken Sie auf der rechten Seite auf „Add“, es öffnet sich der Add: Rule-Dialog. Tragen Sie im Dialog folgende Daten ein:

Der oben gewählte SSH Port
ACCEPT tcp Dest.port: 50100, Direction: in

Proxmox Webinterface
ACCEPT tcp Dest.port: 8006, Direction: in

Datacenter → Knoten → Firewall → Options

Auf der rechten Seite einen Doppelklick auf Firewall machen. Es öffnet sich der Edit: Firewall-Dialog, die Checkbox „Firewall:“ aktivieren und ok klicken.

Neue Linux Debian Version: Debian Bookworm für Proxmox VE

Inzwischen ist eine neue Version von Debian rausgekommen: Informationen zu Debian Bookworm. Auf dieser kann problemlos Proxmox Version 8.1.3 (diese läuft bei mir absolut Zuverlässig) installiert und betrieben werden.

Die ISO Images von Proxmox können hier geladen werden: Proxmox Virtual Enviroment ISO Download - Proxmox Virtualisierungssystem.

20 wichtige Punkte um Proxmox-Server noch sicherer zu machen

Hier liste ich einmal die meiner Meinung nach wichtigsten Punkte auf, um Proxmox abzusichern und zu härten. Im Laufe der Zeit können diese Punkte natürlich variieren. Proxmox und Linux entwickeln sich extrem schnell weiter, es ist also angeraten, nicht nur meine Website, sondern auch andere vertrauensvolle Quellen zu konsultieren. Hier nenne ich die offizielle Proxmox Seite proxmox.com/de/.

Ein absolut wichtiger Tipp: Bei allem, was Sie herunterladen wollen, ob es Proxmox, Putty andere SSH-Clienten, Betriebssysteme oder Software ist - vergewissern Sie sich, dass die Tools tatsächlich von der richtigen und echten Webadresse kommen. Gerade im Augenblick zielen viele bösartige und zwielichtige Gestalten auf Administratoren, indem sie vermeintlich echte Tools zum Download anbieten, welche allerdings mit Malware, Cryptoware oder Ransomware verseucht sind. Software bitte nur vom Hersteller laden und vorher die Domains genau prüfen.

Hier sind nun die 20 wichtigsten Ansätze um Proxmox sicherer zu machen. Ich habe die meiner Meinung nach wichtigsten Punkte noch einmal umfangreich ausgeführt. Sie können die orangen Textelemente anklicken und tiefergehende Informationen dazu einsehen. In jedem Falle ist zu prüfen welche Linux- und Proxmox-Versionen, welche Hardwareumgebungen und so weiter Sie haben. Auch sind die Dokumentationen von Linux und Proxmox, sowie Informationen über Hardware und Hoster von Server zu Rate zu ziehen. Die Punkte hier sind alle als Richtwerte zu verstehen! 

  1. Updates und Patches : Regelmäßiges Aktualisieren von Proxmox VE und aller installierten Pakete, um sicherzustellen, dass alle Sicherheitslücken geschlossen sind.
  2. Firewall-Konfiguration : Implementierung einer robusten Firewall-Strategie, um den Zugriff auf die Proxmox-VE-Management-Oberfläche zu beschränken und nur autorisierten IP-Adressen zu erlauben.
  3. SSH-Zugriff absichern : SSH-Zugriff durch Deaktivierung von Root-Login, Verwendung von Schlüsselauthentifizierung statt Passwort, und ggf. Einschränkung des Zugangs auf bestimmte IP-Adressen absichern.
  4. Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) : Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung für das Proxmox-Web-Interface, um eine zusätzliche Sicherheitsschicht zu bieten.
  5. Starke Passwörter und Benutzerverwaltung : Sicherstellen, dass alle Benutzer starke, einzigartige Passwörter verwenden und regelmäßige Überprüfungen der Benutzerkonten durchführen.
  6. Verschlüsselung von Datenübertragungen : Verwendung von TLS/SSL-Zertifikaten zur Verschlüsselung des Web-Interfaces und aller anderen Datenübertragungen innerhalb des Netzwerks.
  7. Überwachung und Protokollierung: Implementierung von Monitoring-Tools und regelmäßige Überprüfung der Protokolldateien auf verdächtige Aktivitäten.
  8. Netzwerksegmentierung : Trennen von Verwaltungs- und Datenverkehr durch Netzwerksegmentierung, um den Zugriff auf das Proxmox-VE-Management zu isolieren.
  9. Backup- und Wiederherstellungspläne : Regelmäßige Sicherungen erstellen und Wiederherstellungspläne testen, um im Falle eines Sicherheitsvorfalls schnell wiederherstellen zu können.
  10. Sichere Konfiguration von Gastsystemen: Sicherstellen, dass auch die auf Proxmox VE gehosteten virtuellen Maschinen und Container sicher konfiguriert sind, einschließlich aktueller Patches und sicherer Einstellungen.
  11. Intrusion Detection und Prevention Systeme (IDS/IPS) : Implementierung von IDS/IPS-Lösungen, um ungewöhnliche oder bösartige Aktivitäten im Netzwerk frühzeitig zu erkennen und zu verhindern.
  12. Sicherheitsrichtlinien und -verfahren: Entwicklung und Durchsetzung von Sicherheitsrichtlinien und -verfahren für die Verwaltung und Nutzung von Proxmox VE.
  13. Least Privilege-Prinzip: Benutzerkonten nur die minimal notwendigen Berechtigungen geben, um ihre Aufgaben zu erfüllen, und keine überflüssigen Rechte vergeben.
  14. Physische Sicherheit: Sicherstellen, dass die Hardware, auf der Proxmox läuft, physisch geschützt ist, um unbefugten Zugriff zu verhindern.
  15. Sichere Proxmox API-Nutzung: Absicherung der Proxmox API durch Authentifizierung und Verschlüsselung, um sicherzustellen, dass nur autorisierte Anwendungen und Benutzer darauf zugreifen können.
  16. Regelmäßige Sicherheitsüberprüfungen und Audits: Durchführung regelmäßiger Sicherheitsüberprüfungen und Audits, um Schwachstellen zu identifizieren und zu beheben.
  17. Sichere Netzwerkprotokolle verwenden: Vermeidung unsicherer Protokolle wie Telnet oder FTP und stattdessen Nutzung sicherer Alternativen wie SSH und SFTP.
  18. Isolierung kritischer Dienste: Kritische Dienste und Anwendungen in separaten, isolierten Containern oder VMs betreiben, um das Risiko zu minimieren, dass ein Kompromiss eines Dienstes andere Dienste beeinträchtigt.
  19. Automatisierung von Sicherheitsaufgaben: Automatisierung wiederkehrender Sicherheitsaufgaben, wie das Patch-Management und die Überwachung von Systemereignissen, um menschliche Fehler zu minimieren.
  20. Benachrichtigung und Reaktion auf Sicherheitsvorfälle : Implementierung eines Systems zur Benachrichtigung bei sicherheitsrelevanten Ereignissen und Bereitstellung eines klaren Plans zur Reaktion auf Sicherheitsvorfälle.
Updates und Patches - für Linux und Proxmox-Server

Regelmäßige Updates und Patches sind eine der grundlegendsten und wichtigsten Maßnahmen zur Absicherung jeder Software, einschließlich Proxmox VE. Sicherheitslücken und Schwachstellen werden ständig entdeckt, und Softwarehersteller veröffentlichen regelmäßig Updates und Patches, um diese Probleme zu beheben. Ohne diese Aktualisierungen bleiben Systeme anfällig für bekannte Sicherheitslücken, die von Angreifern ausgenutzt werden können.

  • Automatische Updates aktivieren: Wenn möglich, sollten automatische Updates aktiviert werden, um sicherzustellen, dass die neuesten Sicherheitsupdates und Patches ohne Verzögerung installiert werden.
  • Regelmäßige manuelle Überprüfung: Selbst wenn automatische Updates aktiviert sind, sollte regelmäßig überprüft werden, ob alle Komponenten auf dem neuesten Stand sind. Dies gilt besonders für kritische Infrastrukturen, bei denen die Aktualisierungspolitik möglicherweise strenger kontrolliert werden muss.
  • Verfolgen von Sicherheitsankündigungen: Abonnieren von Sicherheitsankündigungen und Mailinglisten von Proxmox und relevanten Softwareprojekten (wie Debian, auf dem Proxmox basiert), um sofort über neue Sicherheitsupdates informiert zu werden.
  • Testen von Updates in einer Staging-Umgebung: Vor dem Rollout neuer Updates in der Produktionsumgebung sollten diese in einer Staging-Umgebung getestet werden, um sicherzustellen, dass sie keine unerwünschten Nebenwirkungen haben.
  • Erstellen von Backups vor dem Update: Vor der Installation von Updates sollten vollständige Backups erstellt werden, um im Falle von Problemen während des Update-Prozesses eine Wiederherstellung zu ermöglichen.

Beispiele für Komponenten, die regelmäßig aktualisiert werden sollten

  • Proxmox VE selbst: Neue Versionen von Proxmox VE enthalten oft Sicherheitsverbesserungen und Bugfixes.
  • Betriebssystem-Pakete: Da Proxmox auf Debian basiert, sollten alle Debian-Pakete regelmäßig aktualisiert werden.
  • Kernel-Updates: Sicherheitslücken im Linux-Kernel können schwerwiegende Folgen haben; daher sind Kernel-Updates besonders wichtig.
  • Virtuelle Maschinen und Container: Auch die Betriebssysteme und Anwendungen innerhalb der virtuellen Maschinen und Container sollten regelmäßig aktualisiert werden.

Best Practices

  • Zeitplan für Updates festlegen: Ein fester Zeitplan für die Überprüfung und Installation von Updates hilft, Konsistenz zu gewährleisten.
  • Dokumentation und Protokollierung: Alle Aktualisierungen sollten dokumentiert und protokolliert werden, um bei Problemen nachvollziehen zu können, welche Änderungen vorgenommen wurden.
Firewall Konfiguration für Proxmox

Eine korrekt konfigurierte Firewall ist entscheidend, um unbefugten Zugriff auf das Netzwerk und die Proxmox VE-Management-Oberfläche zu verhindern. Firewalls fungieren als Barrieren, die den eingehenden und ausgehenden Netzwerkverkehr überwachen und entscheiden, ob der Datenverkehr durchgelassen oder blockiert wird. Ohne eine Firewall sind Systeme offen für Angriffe, was das Risiko für Sicherheitsverletzungen erhöht.

  • Firewall auf Proxmox VE konfigurieren: Proxmox VE bietet eine integrierte Firewall, die auf Host- und Gast-Ebene konfiguriert werden kann. Diese Firewall kann über die Web-Oberfläche oder die Kommandozeile verwaltet werden.

Weboberfläche

  • Navigieren Sie zu Datacenter -> Firewall.
  • Konfigurieren Sie Regeln für den eingehenden und ausgehenden Datenverkehr.
  • Aktivieren Sie die Firewall auf Datacenter-Ebene.

Komandozeile Shell

  • Nutzen Sie pve-firewall Befehle, um Regeln hinzuzufügen, zu ändern oder zu entfernen.
  • Beispielsweise kann eine Regel zum Blockieren aller eingehenden Verbindungen außer SSH, hier ist der SSH Port 22, (ich persönlich ändere den SSH Port in der Regel) so aussehen:

pve-firewall add rule -direction in -action DROP
pve-firewall add rule -direction in -action ACCEPT -dport 22 -proto tcp

  • Netzwerkverkehr einschränken: Beschränken Sie den Zugriff auf das Proxmox VE-Management-Interface (Port 8006) nur auf vertrauenswürdige IP-Adressen oder Netzwerke. Dies kann durch spezifische Firewall-Regeln erreicht werden.

pve-firewall add rule -direction in -action ACCEPT -source <trusted_ip> -dport 8006 -proto tcp

  • Firewall-Regeln überprüfen und anpassen: Regelmäßige Überprüfung und Anpassung der Firewall-Regeln sind notwendig, um sicherzustellen, dass sie den aktuellen Sicherheitsanforderungen entsprechen. Alte und unnötige Regeln sollten entfernt werden, um die Angriffsfläche zu minimieren.
  • Protokollierung und Überwachung: Aktivieren Sie die Protokollierung von Firewall-Ereignissen, um den Netzwerkverkehr zu überwachen und verdächtige Aktivitäten zu erkennen.

pve-firewall add rule -direction in -action ACCEPT -dport 22 -proto tcp -log 1

Zusätzliche Schutz-Maßnahmen

  • Port-Sicherheit: Ändern Sie den Standardport für SSH (Port 22) auf einen anderen Port, um gezielte Angriffe auf diesen Dienst zu erschweren.
  • Port-Knocking: Implementieren Sie Port-Knocking-Techniken, die nur nach einer spezifischen Sequenz von Port-Zugriffen den Zugang zu bestimmten Diensten ermöglichen.
  • Intrusion Prevention System (IPS): Verwenden Sie ein IPS, um den Netzwerkverkehr auf bekannte Angriffsmuster zu überwachen und zu blockieren.

Firewall Regel Beispiele

Erlaube Zugriff auf das Web-Interface von vertrauenswürdigen IPs:
pve-firewall add rule -direction in -action ACCEPT -source <trusted_ip> -dport 8006 -proto tcp

Blockiere alle anderen eingehenden Verbindungen:
pve-firewall add rule -direction in -action DROP

Erlaube SSH-Zugriff nur von einem spezifischen Subnetz:
pve-firewall add rule -direction in -action ACCEPT -source 192.168.1.0/24 -dport 22 -proto tcp

Durch eine sorgfältige Konfiguration der Firewall können Sie den Zugriff auf Ihre Proxmox-Umgebung stark einschränken und das Risiko von Angriffen erheblich reduzieren, wobei immer zu sagen ist, dass es keine absolute Sicherheit gibt. Man kann es den Angreifern nur schwerer machen und hoffen, dass sie weiterziehen.

SSH-Zugriff für Proxmox-Server absichern

SSH (Secure Shell) ist ein weit verbreitetes Protokoll für den sicheren Fernzugriff auf Server. Da es häufig für die Verwaltung und Wartung von Proxmox-Systemen verwendet wird, stellt es ein potenzielles Ziel für Angreifer dar. Durch die Absicherung des SSH-Zugriffs kann das Risiko unbefugter Zugriffe und Brute-Force-Angriffe erheblich reduziert werden.

Root-Login deaktivieren:

  • Der direkte SSH-Zugriff auf das Root-Konto sollte deaktiviert werden, um das Risiko eines erfolgreichen Angriffs auf das Root-Konto zu minimieren.
  • Öffnen Sie die SSH-Konfigurationsdatei:

/etc/ssh/sshd_config und setzen Sie PermitRootLogin auf no:
PermitRootLogin no

  • Starten Sie den SSH-Dienst neu, um die Änderungen zu übernehmen:

systemctl restart sshd

Schlüsselauthentifizierung verwenden:

  • SSH-Schlüsselauthentifizierung ist sicherer als die Verwendung von Passwörtern, da es schwieriger ist, einen privaten Schlüssel zu erraten oder zu stehlen.
  • Generieren Sie ein Schlüsselpaar auf Ihrem lokalen Rechner:

ssh-keygen -t rsa -b 4096

  • Kopieren Sie den öffentlichen Schlüssel auf den Proxmox VE-Server:

ssh-copy-id user@proxmox-server

  • Stellen Sie sicher, dass der SSH-Dienst Schlüsselauthentifizierung erlaubt:

PubkeyAuthentication yes

SSH-Zugang auf bestimmte IP-Adressen beschränken:

  • Beschränken Sie den SSH-Zugang auf vertrauenswürdige IP-Adressen, um sicherzustellen, dass nur bekannte Rechner auf den Server zugreifen können.
  • Fügen Sie Regeln in die SSH-Konfigurationsdatei nano /etc/ssh/sshd_config hinzu, um den Zugriff zu beschränken:

AllowUsers user-1@geschuetzte_ip user-2@andere-geschuetzte_ip

SSH auf einen nicht standardmäßigen Port ändern:

  • Ändern Sie den Standardport (22) auf einen anderen Port, um automatisierte Angriffe zu erschweren.
  • Öffnen Sie die SSH-Konfigurationsdatei nano /etc/ssh/sshd_config und ändern Sie die Zeile Port 22 zu einem anderen Port, z.B. Port ​2327:

Port ​2327

  • Vergessen Sie nicht, die Firewall entsprechend zu konfigurieren, um Verbindungen auf dem neuen Port zuzulassen.

Brute-Force-Angriffe verhindern:

  • Installieren und konfigurieren Sie Tools wie Fail2ban, um Brute-Force-Angriffe zu erkennen und zu blockieren.
  • Installieren Sie Fail2ban:

apt-get install fail2ban

  • Konfigurieren Sie Fail2ban, um SSH-Angriffe zu überwachen und IP-Adressen nach mehreren fehlgeschlagenen Anmeldeversuchen zu sperren. Bearbeiten Sie die Datei nano /etc/fail2ban/jail.local und fügen Sie hinzu:

[sshd]
enabled = true
port = 2327
logpath = /var/log/auth.log
maxretry = 5

SSH-Timeouts konfigurieren:

  • Reduzieren Sie das Risiko durch inaktive SSH-Sitzungen, indem Sie Timeouts konfigurieren.
  • Fügen Sie folgende Einstellungen zur SSH-Konfigurationsdatei /etc/ssh/sshd_config hinzu:

ClientAliveInterval 300
ClientAliveCountMax 2

Starke Passwörter verwenden:

  • Falls Passwortauthentifizierung notwendig ist, stellen Sie sicher, dass alle Benutzer starke, komplexe Passwörter verwenden.
  • Verwenden Sie Passwortmanager zur Generierung und Verwaltung starker Passwörter.

Durch die Implementierung dieser Maßnahmen kann der SSH-Zugriff auf Proxmox VE erheblich sicherer gestaltet werden, wodurch das Risiko unbefugter Zugriffe minimiert wird.

Zwei-Faktor-Authentisierung / Authentifizierung für Proxmox

Die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) fügt eine zusätzliche Sicherheitsschicht hinzu, indem sie verlangt, dass Benutzer neben ihrem Passwort auch einen zweiten Faktor zur Authentifizierung bereitstellen. Dies kann ein temporärer Code sein, der auf einem Mobilgerät generiert wird, oder ein Hardware-Token. Selbst wenn ein Angreifer das Passwort kennt, kann er ohne den zweiten Faktor keinen Zugang erlangen. Dies schützt effektiv vor vielen Arten von Angriffen, insbesondere solchen, bei denen Anmeldeinformationen kompromittiert wurden.

Vorbereitung und Anforderungen:

  • Stellen Sie sicher, dass Sie ein 2FA-kompatibles ​Authentifizierungstool haben, wie Google Authenticator, Authy oder ein ähnliches.
  • Stellen Sie auch sicher, dass die Proxmox-Umgebung auf dem neuesten Stand ist.

Zwei-Faktor-Authentifizierung in Proxmox aktivieren:

  • Melden Sie sich als Administrator an der Proxmox Web-Oberfläche an.
  • Gehen Sie zu Datacenter -> Permissions -> Realms.
  • Wählen Sie den Authentication Realm aus, den Sie verwenden möchten (standardmäßig pve).
  • Klicken Sie auf Edit und aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung, indem Sie den entsprechenden 2FA-Modus auswählen (z.B. TOTP).

Benutzer zur Verwendung von 2FA zwingen:

  • Gehen Sie zu Datacenter -> Users.
  • Wählen Sie den Benutzer aus, für den 2FA aktiviert werden soll.
  • Bearbeiten Sie den Benutzer und aktivieren Sie die 2FA-Option.

2FA für den Benutzer konfigurieren:

  • Der Benutzer muss sich nun erneut anmelden und wird aufgefordert, die Zwei-Faktor-Authentifizierung einzurichten.
  • Der Benutzer öffnet die 2FA-App (z.B. Google Authenticator) auf seinem Mobilgerät.
  • Der Benutzer scannt den QR-Code, der von der Proxmox VE-Oberfläche angezeigt wird, oder gibt den bereitgestellten Schlüssel manuell ein.
  • Die 2FA-App generiert nun regelmäßig wechselnde Einmal-Codes, die zur Anmeldung verwendet werden müssen.

Testen der 2FA-Integration:

  • Melden Sie sich ab und dann wieder an der Proxmox VE Web-Oberfläche an.
  • Geben Sie nach Eingabe Ihres Benutzernamens und Passworts den von der 2FA-App generierten Code ein, wenn Sie dazu aufgefordert werden.

Backup-Codes bereitstellen:

Manche 2FA-Systeme erlauben die Erstellung von Backup-Codes, die verwendet werden können, wenn der Benutzer den Zugriff auf sein 2FA-Gerät verliert. Es ist eine gute Praxis, diese Backup-Codes sicher zu verwahren.

Best Practices:

  • Regelmäßige Überprüfung und Erneuerung: Benutzer sollten regelmäßig aufgefordert werden, ihre 2FA-Einstellungen zu überprüfen und bei Bedarf zu erneuern, um sicherzustellen, dass sie weiterhin sicher sind.
  • Notfallverfahren: Entwickeln Sie ein Notfallverfahren für den Fall, dass ein Benutzer den Zugriff auf sein 2FA-Gerät verliert. Dies könnte die Identitätsüberprüfung durch den Administrator und die temporäre Deaktivierung der 2FA umfassen.
  • Schulung der Benutzer: Schulen Sie alle Benutzer in der Einrichtung und Nutzung von 2FA, um sicherzustellen, dass sie den Prozess verstehen und korrekt durchführen.

Nach der Aktivierung und der korrekten Konfiguration der Zwei-Faktor-Authentifizierung in Proxmox wird ein zusätzlicher Schutzmechanismus eingeführt, der die Sicherheit der Anmeldeprozesse erheblich erhöht. Selbst wenn Angreifer Zugriff auf Benutzeranmeldeinformationen erhalten, können sie ohne den zweiten Faktor keinen Zugriff auf das System erlangen. Dies minimiert das Risiko erfolgreicher unbefugter Zugriffe erheblich.

Starke Passwörter und Benutzerverwaltung

Starke Passwörter und eine sorgfältige Benutzerverwaltung sind entscheidend, um unbefugten Zugriff auf Proxmox VE zu verhindern. Schwache oder wiederverwendete Passwörter sind anfällig für Brute-Force-Angriffe und Credential-Stuffing. Eine effektive Benutzerverwaltung stellt sicher, dass nur autorisierte Personen Zugriff haben und dass ihre Berechtigungen den minimal notwendigen Umfang haben.

Richtlinien für starke Passwörter durchsetzen:

  • Verwenden Sie Passwörter, die mindestens 12-16 Zeichen lang sind und eine Mischung aus Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen enthalten.
  • Vermeiden Sie Wörter aus Wörterbüchern, gängige Phrasen oder leicht zu erratende Informationen wie Geburtsdaten.
  • Ein Beispiel für ein starkes Passwort: "!Xj7&9k34p!vR3##+lBmZ2552KlU!//6GD%

Passwort-Manager nutzen:

  • Fördern Sie die Nutzung von Passwort-Managern (z.B. KeePass, LastPass, 1Password, Bitwarden), um sichere Passwörter zu generieren und zu speichern.
  • Passwort-Manager helfen Benutzern, eindeutige und komplexe Passwörter für jedes Konto zu erstellen, ohne sie sich merken zu müssen.

Regelmäßige Passwortänderungen erzwingen (Umstritten - kann aber in manchen Fällen Sinn machen):

  • Implementieren Sie eine Richtlinie, die regelmäßige Passwortänderungen (z.B. alle 90 Tage) erfordert.
  • Stellen Sie sicher, dass Benutzer nicht dasselbe Passwort oder eine Variation davon wiederverwenden können.

Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) aktivieren:

  • Ergänzen Sie starke Passwörter durch MFA, um zusätzliche Sicherheit zu bieten.
  • Siehe Punkt 4 für die Implementierung von MFA in Proxmox.

Einschränkung von Berechtigungen:

  • Vergeben Sie nur die minimal notwendigen Berechtigungen für Benutzerkonten (Prinzip der minimalen Rechte).
  • Erstellen Sie verschiedene Benutzerrollen und weisen Sie diesen Rollen spezifische Berechtigungen zu, um die Verwaltung zu erleichtern.

Regelmäßige Überprüfung von Benutzerkonten:

  • Führen Sie regelmäßige Überprüfungen der Benutzerkonten durch, um sicherzustellen, dass nur aktive und berechtigte Benutzer Zugang haben.
  • Entfernen Sie veraltete oder inaktive Konten sofort.

Sperrung von Konten nach mehreren fehlgeschlagenen Anmeldeversuchen:

  • Konfigurieren Sie die Proxmox-Einstellungen so, dass Benutzerkonten nach einer bestimmten Anzahl fehlgeschlagener Anmeldeversuche temporär gesperrt werden.
  • Dies hilft, Brute-Force-Angriffe zu verhindern.

Benutzer-Aktivitätsprotokolle führen:

  • Aktivieren und überwachen Sie Protokolle, die Benutzeraktivitäten aufzeichnen.
  • Überprüfen Sie regelmäßig diese Protokolle auf verdächtige Aktivitäten oder unbefugte Zugriffsversuche.

Verwendung von Sicherheitsfragen vermeiden:

  • Vermeiden Sie Sicherheitsfragen zur Passwortwiederherstellung, da diese oft leicht zu erraten sind oder durch soziale Ingenieurskunst ermittelt werden können.
  • Setzen Sie stattdessen auf sichere Verfahren zur Wiederherstellung von Konten, z.B. durch Kontaktaufnahme mit dem IT-Administrator und Überprüfung der Identität.

Schulung der Benutzer:

  • Sensibilisieren Sie alle Benutzer für die Bedeutung sicherer Passwörter und guter Sicherheitspraktiken.
  • Führen Sie regelmäßige Schulungen und Erinnerungen durch, um sicherzustellen, dass Benutzer die Richtlinien verstehen und einhalten.

Best Practices:

  • Passwort-Historie durchsetzen: Verhindern Sie, dass Benutzer alte Passwörter wiederverwenden, indem Sie eine Passwort-Historie erzwingen.
  • Notfallkontakte und Wiederherstellungsverfahren: Definieren Sie klare Verfahren für den Fall, dass Benutzer den Zugriff auf ihre Konten verlieren.

Durch die Implementierung und Einhaltung dieser Maßnahmen können Sie die Sicherheit der Proxmox-Umgebung erheblich verbessern und das Risiko von unbefugtem Zugriff auf ein Minimum reduzieren. Starke Passwörter und eine strenge Benutzerverwaltung sind grundlegende Aspekte jeder Sicherheitsstrategie.

Verschlüsselung von Datenübertragungen

Die Verschlüsselung von Datenübertragungen stellt sicher, dass alle Informationen, die zwischen Ihrem Proxmox-Server und den Clients ausgetauscht werden, vor Abhören und Manipulation geschützt sind. Unverschlüsselte Verbindungen sind anfällig für Man-in-the-Middle-Angriffe, bei denen Angreifer Datenverkehr abfangen und potenziell schädigen können.

TLS/SSL-Zertifikate für das Web-Interface:

  • Stellen Sie sicher, dass das Webinterface von Proxmox nur über HTTPS zugänglich ist. Dies erreicht man durch die Verwendung von TLS/SSL-Zertifikaten, die den Datenverkehr verschlüsseln.

Erstellung eines selbstsignierten Zertifikats:

  • Standardmäßig verwendet Proxmox ein selbstsigniertes Zertifikat. Dies kann durch ein von einer vertrauenswürdigen Zertifizierungsstelle (CA) ausgestelltes Zertifikat ersetzt werden.
  • Um ein selbstsigniertes Zertifikat zu erstellen und zu verwenden:

pvecm updatecerts -f

Installation eines CA-Zertifikats:

  • Kaufen Sie ein Zertifikat von einer vertrauenswürdigen CA oder verwenden Sie Let's Encrypt, um ein kostenloses Zertifikat zu erhalten.
  • Installieren Sie das Zertifikat auf dem Proxmox VE-Server, indem Sie die Zertifikatsdateien nach /etc/pve/local/pve-ssl.pem und den privaten Schlüssel nach /etc/pve/local/pve-ssl.key kopieren.
  • Starten Sie den Proxmox-VE-Dienst neu, um die Änderungen zu übernehmen:

systemctl restart pveproxy

SSH-Verbindungen verschlüsseln:

  • SSH-Verbindungen sind standardmäßig verschlüsselt, aber es ist wichtig, sicherzustellen, dass starke Verschlüsselungsalgorithmen verwendet werden.
  • Bearbeiten Sie die SSH-Konfigurationsdatei /etc/ssh/sshd_config, um ​festzulegen, dass nur starke Verschlüsselungsalgorithmen zugelassen sind:

Ciphers aes256-ctr,aes192-ctr,aes128-ctr

VPN für sichere Fernzugriffe:

  • Verwenden Sie ein Virtual Private Network (VPN), um eine sichere Verbindung zu Ihrem Netzwerk zu gewährleisten, wenn Sie von außerhalb darauf zugreifen.
  • Einrichten eines VPN-Servers (z.B. OpenVPN, WireGuard) innerhalb Ihres Netzwerks und konfigurieren der Clients, um eine verschlüsselte Verbindung zu erstellen.

Verschlüsselung von Daten innerhalb virtueller Maschinen (VMs) und Container:

  • Sicherstellen, dass auch die Kommunikation zwischen den Anwendungen innerhalb der VMs und Container verschlüsselt ist.
  • Verwenden Sie verschlüsselte Protokolle wie HTTPS, FTPS und andere, die Verschlüsselung unterstützen.

Verschlüsselung von Speichermedien:

  • Verschlüsseln Sie die Festplatten, auf denen Ihre VMs und Container gespeichert sind, um sicherzustellen, dass die Daten auch im Ruhezustand geschützt sind.
  • Verwenden Sie Tools wie LUKS (Linux Unified Key Setup) für die Verschlüsselung der Festplatten.

Sichere Netzwerkprotokolle verwenden:

  • Vermeiden Sie unverschlüsselte Protokolle wie HTTP, Telnet, FTP und verwenden Sie stattdessen HTTPS, SSH, SFTP.
  • Konfigurieren Sie alle Anwendungen und Dienste so, dass sie nur verschlüsselte Verbindungen akzeptieren.

Sicherheitsüberwachung und Protokollierung:

  • Überwachen Sie den Netzwerkverkehr regelmäßig auf unverschlüsselte Verbindungen und verdächtige Aktivitäten.
  • Nutzen Sie Intrusion Detection Systeme (IDS) wie Snort oder Suricata, um unverschlüsselte oder verdächtige Verbindungen zu erkennen.

Best Practices:

  • Regelmäßige Zertifikatserneuerung: Stellen Sie sicher, dass Ihre TLS/SSL-Zertifikate regelmäßig erneuert werden, um abgelaufene Zertifikate zu vermeiden.
  • Schulung der Benutzer: Sensibilisieren Sie Benutzer und Administratoren für die Bedeutung der Verwendung von verschlüsselten Verbindungen.
  • Automatisierung der Zertifikatserneuerung: Nutzen Sie Tools wie Certbot, um die Erneuerung und Installation von Let's Encrypt-Zertifikaten zu automatisieren.

Über die Verschlüsselung von Datenübertragungen wird sichergestellt, dass alle Informationen, die zwischen Ihrem Proxmox-Server und den Clients ausgetauscht werden, vor Abhören und Manipulation geschützt sind. Das ist ein wesentlicher Bestandteil einer umfassenden Sicherheitsstrategie und trägt dazu bei, die Integrität und Vertraulichkeit Ihrer Daten zu gewährleisten.

Netzwerksegmentierung und VLANs

Netzwerksegmentierung und die Verwendung von Virtual Local Area Networks (VLANs) tragen dazu bei, das Netzwerk in isolierte Segmente zu unterteilen. Dies verbessert die Sicherheit, indem es den Datenverkehr auf verschiedene Teile des Netzwerks beschränkt und verhindert, dass Angreifer sich lateral durch das Netzwerk bewegen können, falls sie Zugang zu einem Segment erhalten. Netzwerksegmentierung hilft auch dabei, die Verwaltung und Überwachung des Netzwerks zu erleichtern und den Datenverkehr zu optimieren.

Planung der Netzwerksegmentierung:

  • Identifizieren Sie die verschiedenen Arten von Daten und Diensten in Ihrem Netzwerk (z.B. Management, Benutzerzugriff, Storage, Backup).
  • Erstellen Sie ein Schema, das die logische Trennung dieser Dienste in verschiedene Segmente darstellt.

Einrichtung von VLANs:

  • VLANs ermöglichen die Trennung des Netzwerks in verschiedene logische Netzwerke innerhalb derselben physischen Infrastruktur. Dies erfolgt über VLAN-IDs, die den Netzwerksegmenten zugewiesen werden.
  • Konfigurieren Sie Ihre Netzwerk-Switches, um VLANs zu unterstützen und den entsprechenden Ports die richtigen VLAN-IDs zuzuweisen.
  • Beispielkonfiguration für einen Switch:

interface GigabitEthernet0/1
switchport mode access
switchport access vlan 10

Konfiguration von VLANs auf Proxmox:

  • Auf dem Proxmox-Server können Sie VLANs in den Netzwerkeinstellungen der virtuellen Maschinen und Container konfigurieren.
  • Bearbeiten Sie die Netzwerkschnittstellenkonfigurationsdatei mit nano /etc/network/interfaces und fügen Sie die obige VLAN-Konfiguration hinzu:

auto vmbr0
iface vmbr0 inet static
address 192.168.1.2/24
bridge-ports eth0
bridge-stp off
bridge-fd 0

auto vmbr0.10
iface vmbr0.10 inet static
address 192.168.10.1/24
vlan-raw-device vmbr0

Sicherheitsrichtlinien für jedes Segment festlegen:

  • Definieren Sie spezifische Sicherheitsrichtlinien für jedes VLAN, um den Datenverkehr zu regeln und unerwünschte Kommunikation zu verhindern.
  • Beispiel: Das Management-VLAN sollte nur Administratoren zugänglich sein, während das Benutzer-VLAN den Zugriff auf Endbenutzergeräte beschränkt.

Firewall-Regeln auf VLAN-Ebene anwenden:

  • Verwenden Sie Firewalls, um den Datenverkehr zwischen den VLANs zu kontrollieren. Legen Sie Regeln fest, die den Zugriff basierend auf den Anforderungen jedes Segments einschränken.
  • Beispiel einer Firewall-Regel zum Blockieren des Datenverkehrs zwischen zwei VLANs:

iptables -A FORWARD -i vlan10 -o vlan20 -j DROP

Überwachung und Logging:

  • Überwachen Sie den Datenverkehr in den verschiedenen VLANs, um ungewöhnliche Aktivitäten zu erkennen.
  • Aktivieren Sie die Protokollierung für alle sicherheitsrelevanten Ereignisse und analysieren Sie diese regelmäßig, um Sicherheitsvorfälle schnell zu identifizieren und zu beheben.

Isolation kritischer Systeme:

  • Platzieren Sie besonders kritische Systeme, wie Datenbanken und zentrale Verwaltungsserver, in eigenen VLANs mit streng kontrolliertem Zugriff.
  • Stellen Sie sicher, dass nur autorisierte Dienste und Benutzer auf diese kritischen Systeme zugreifen können.

Gäste- und IoT-Netzwerke isolieren:

  • Trennen Sie Gastnetzwerke und IoT-Geräte (Internet of Things) von den restlichen Unternehmensnetzwerken, um Sicherheitsrisiken durch weniger vertrauenswürdige Geräte zu minimieren.
  • Beispiel einer Netzwerkkonfiguration für ein Gastnetzwerk:

auto vmbr0.20
iface vmbr0.20 inet static
address 192.168.20.1/24
vlan-raw-device vmbr0

Regelmäßige Überprüfung und Aktualisierung:

  • Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Netzwerksegmentierung und VLAN-Konfigurationen, um sicherzustellen, dass sie den aktuellen Sicherheitsanforderungen und Netzwerkbedingungen entsprechen.
  • Passen Sie die Segmentierung an, wenn sich die Netzwerkarchitektur oder die Sicherheitsanforderungen ändern.

Dokumentation und Schulung:

  • Dokumentieren Sie alle VLAN- und Netzwerksegmentierungskonfigurationen sowie die zugehörigen Sicherheitsrichtlinien.
  • Schulen Sie Ihr IT-Personal oder andere Benutzerinnen und Benutzer im Umgang mit VLANs und der Bedeutung der Netzwerksegmentierung für die Netzwerksicherheit.

Die Implementierung von Netzwerksegmentierung und VLANs in Ihrer Proxmox-Umgebung schafft eine mehrschichtige Sicherheitsstruktur, die dazu beiträgt, den Datenverkehr zu kontrollieren und das Risiko von Sicherheitsverletzungen zu minimieren. Dies ist eine wesentliche Maßnahme zur Verbesserung der Sicherheit und Verwaltung Ihrer Netzwerkinfrastruktur.

Backup- und Wiederherstellungspläne

Sicherzustellen, dass Ihre Daten und Konfigurationen regelmäßig gebackupt werden, ist entscheidend für die Wiederherstellung nach einem Datenverlust, sei es durch Hardwarefehler, menschliches Versagen, bösartige Angriffe oder Naturkatastrophen. Ein gut durchdachter Backup- und Wiederherstellungsplan gewährleistet, dass Sie Ihre Systeme schnell und vollständig wiederherstellen können, wodurch Ausfallzeiten minimiert und Datenverluste vermieden werden.

Regelmäßige Backups planen:

  • Planen Sie regelmäßige Backups aller wichtigen Daten und Systeme. Für Proxmox sollten Sie sowohl die Konfigurationen des Proxmox-Clusters als auch die virtuellen Maschinen (VMs) und Container sichern.
  • Erstellen Sie einen Backup-Zeitplan, der tägliche, wöchentliche und monatliche Backups umfasst.

Automatisierte Backup-Jobs einrichten:

  • Nutzen Sie die integrierten Backup-Funktionen von Proxmox, um automatische Backups zu konfigurieren.
  • Gehen Sie im ​Webinterface zu Datacenter -> Backup, und erstellen Sie einen neuen Backup-Job.
  • Wählen Sie die VMs und Container aus, die gesichert werden sollen, und legen Sie den Zeitplan und den Backup-Speicherort fest.

Backup-Speicherorte diversifizieren:

  • Speichern Sie Backups an mehreren physischen und geografischen Standorten, um das Risiko eines totalen Datenverlustes zu minimieren.
  • Verwenden Sie verschiedene Speichermedien wie externe Festplatten, Netzwerk-Speicher (NAS) und Cloud-Speicherlösungen.

Backup-Integrität überprüfen:

  • Regelmäßig die Integrität der Backups überprüfen, um sicherzustellen, dass sie im Notfall tatsächlich verwendbar sind.
  • Verwenden Sie Tools und Funktionen, die Prüfsummen oder andere Mechanismen bieten, um die Integrität der gesicherten Daten zu überprüfen.

Verschlüsselung von Backups:

  • Verschlüsseln Sie Ihre Backups, um sie vor unbefugtem Zugriff zu schützen, besonders wenn sie an externen oder Cloud-Speicherorten gespeichert werden.
  • Verwenden Sie starke Verschlüsselungsmethoden und bewahren Sie die Verschlüsselungsschlüssel sicher auf.

Dokumentation und Testen des Wiederherstellungsprozesses:

  • Dokumentieren Sie den gesamten Wiederherstellungsprozess detailliert, einschließlich der Schritte, die zur Wiederherstellung von Proxmox VE und den virtuellen Maschinen erforderlich sind.
  • Führen Sie regelmäßige Tests des Wiederherstellungsprozesses durch, um sicherzustellen, dass im Ernstfall alles reibungslos funktioniert.

Snapshots zur schnellen Wiederherstellung verwenden:

  • Nutzen Sie die Snapshot-Funktion von Proxmox, um schnelle Backups und Wiederherstellungen auf VM- und Container-Ebene zu ermöglichen.
  • Snapshots sind besonders nützlich für kurzfristige Sicherungen vor größeren Änderungen oder Updates.

Versionierung und Aufbewahrungsrichtlinien festlegen:

  • Legen Sie Richtlinien für die Aufbewahrung und Versionierung von Backups fest, um sicherzustellen, dass Sie auf mehrere Versionen der Daten zugreifen können.
  • Implementieren Sie Aufbewahrungsstrategien wie Großvater-Vater-Sohn (GFS), um eine sinnvolle Anzahl älterer Backups aufzubewahren.

Offsite- und Offline-Backups:

  • Lagern Sie regelmäßig aktualisierte Backups außerhalb des Hauptstandorts (Offsite-Backups), um sie vor lokalen Katastrophen zu schützen.
  • Bewahren Sie auch Offline-Backups (nicht ständig verbundene Speicher) auf, um sie vor Online-Bedrohungen wie Ransomware zu schützen.

Benachrichtigungen und Protokollierung:

  • Konfigurieren Sie Benachrichtigungen und Protokollierung für Backup-Jobs, um sofort über Erfolge oder Fehler informiert zu werden.
  • Überwachen Sie die Backup-Protokolle regelmäßig, um mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen und zu beheben.

Best Practices:

  • Datenpriorisierung: Identifizieren und priorisieren Sie kritische Daten und Systeme, um sicherzustellen, dass diese häufiger und zuverlässiger gesichert werden.
  • Zugriffsrechte: Stellen Sie sicher, dass nur autorisierte Personen Zugriff auf Backup- und Wiederherstellungsprozesse haben.
  • Regelmäßige Überprüfung: Überprüfen und aktualisieren Sie Ihren Backup- und Wiederherstellungsplan regelmäßig, um sicherzustellen, dass er aktuellen Anforderungen und Bedrohungen entspricht.

Ein effektiver Backup- und Wiederherstellungsplan ist unverzichtbar, um die Kontinuität und Sicherheit Ihrer Proxmox-Umgebung zu gewährleisten. Durch regelmäßige, automatisierte Backups, die Speicherung an mehreren Standorten, die Verschlüsselung und das Testen der Wiederherstellungsprozesse stellen Sie sicher, dass Ihre Daten und Systeme im Falle eines Ausfalls schnell und vollständig wiederhergestellt werden können.

Intrusion Detection und Prevention Systeme (IDS/IPS)

Intrusion Detection Systeme (IDS) und Intrusion Prevention Systeme (IPS) sind essenziell, um das Netzwerk und die Systeme vor unbefugten Zugriffen und Angriffen zu schützen. Ein IDS überwacht den Netzwerkverkehr und meldet verdächtige Aktivitäten, während ein IPS proaktive Maßnahmen ergreift, um solche Aktivitäten zu blockieren oder zu verhindern. Beide Systeme helfen dabei, Sicherheitsvorfälle zu erkennen und darauf zu reagieren, bevor sie Schaden anrichten können.

Auswahl eines geeigneten IDS/IPS:

  • Es gibt mehrere Open-Source- und kommerzielle IDS/IPS-Lösungen, wie Snort, Suricata, Zeek (ehemals Bro) und Security Onion.
  • Wählen Sie eine Lösung, die Ihren Anforderungen entspricht und gut mit Ihrer bestehenden Infrastruktur integriert werden kann.

Installation und Grundkonfiguration:

  • Installieren Sie das IDS/IPS auf einem dedizierten Server oder einer virtuellen Maschine. Stellen Sie sicher, dass das System genügend Ressourcen hat, um den gesamten Netzwerkverkehr zu analysieren.
  • Beispiel-Installation von Snort auf einem Linux-System:

apt-get update
apt-get install snort

Netzwerk-Schnittstellen konfigurieren:

  • Konfigurieren Sie die Netzwerkschnittstellen des IDS/IPS-Servers, um den gesamten Netzwerkverkehr zu überwachen. Dies kann durch Spiegeln (Port Mirroring) der Switch-Ports erreicht werden.
  • Stellen Sie sicher, dass das IDS/IPS Zugriff auf alle relevanten Netzwerkschnittstellen hat.

Regeln und Signaturen einrichten:

  • IDS/IPS-Systeme verwenden Regeln und Signaturen, um verdächtige Aktivitäten zu erkennen. Diese Regeln definieren Muster, die auf bösartige Aktivitäten hinweisen.
  • Aktualisieren Sie regelmäßig die Regel-Sets, um Schutz vor neuen Bedrohungen zu gewährleisten.
  • Beispiel, Hinzufügen von Snort-Regeln:

wget https://www.snort.org/downloads/community/community-rules.tar.gz
tar -xzvf community-rules.tar.gz -C /etc/snort/rules

Anpassung der Erkennungsregeln:

  • Passen Sie die Erkennungsregeln an Ihre spezifischen Anforderungen und die Netzwerkumgebung an. Dies reduziert die Anzahl der Fehlalarme und erhöht die Genauigkeit der Erkennung.
  • Beispiel, Anpassen einer Snort-Regel in der Konfigurationsdatei nano /etc/snort/snort.conf.

Überwachung und Alarmierung:

  • Konfigurieren Sie das IDS/IPS so, dass es Alarme auslöst und Benachrichtigungen sendet, wenn verdächtige Aktivitäten erkannt werden.
  • Integrieren Sie das IDS/IPS in Ihr Security Information and Event Management (SIEM)-System, um eine zentrale Überwachung und Analyse der Sicherheitsvorfälle zu ermöglichen.

Reaktionspläne definieren:

  • Entwickeln Sie detaillierte Reaktionspläne für verschiedene Arten von Sicherheitsvorfällen. Diese Pläne sollten klare Schritte zur Identifizierung, Eindämmung und Behebung von Bedrohungen enthalten.
  • Stellen Sie sicher, dass das IT-Sicherheitsteam regelmäßig geschult wird und weiß, wie es auf Alarme reagieren soll.

Intrusion Prevention implementieren:

  • Ein IPS kann automatisch Maßnahmen ergreifen, um erkannte Bedrohungen zu blockieren. Dies kann durch das Ablehnen von verdächtigen Paketen oder das Blockieren von IP-Adressen geschehen.
  • Beispiel, Konfiguration von Snort im IPS-Modus:

snort -A console -c /etc/snort/snort.conf -Q -i eth0

Regelmäßige Überprüfung und Aktualisierung:

  • Überprüfen und aktualisieren Sie regelmäßig die IDS/IPS-Konfiguration und die verwendeten Regel-Sets, um sicherzustellen, dass sie aktuellen Bedrohungen gerecht werden.
  • Führen Sie regelmäßige Tests durch, um die Effektivität und Genauigkeit des Systems zu überprüfen.

Protokollierung und Analyse:

  • Speichern und analysieren Sie die Protokolle des IDS/IPS, um langfristige Trends und Muster zu erkennen, die auf Sicherheitsprobleme hinweisen könnten.
  • Nutzen Sie Analysetools und Dashboard-Lösungen, um die Daten aus dem IDS/IPS zu visualisieren und besser verständlich zu machen.

Best Practices:

  • Reduzierung von Fehlalarmen: Passen Sie die Erkennungsregeln so an, dass Fehlalarme minimiert werden, um die Effektivität des IDS/IPS zu erhöhen.
  • Integration mit anderen Sicherheitslösungen: Integrieren Sie das IDS/IPS in Ihre gesamte Sicherheitsarchitektur, um eine umfassende Schutzstrategie zu gewährleisten.
  • Schulung des Sicherheitspersonals: Schulen Sie Ihr IT-Sicherheitsteam regelmäßig im Umgang mit dem IDS/IPS und in der Reaktion auf Sicherheitsvorfälle.

Intrusion Detection und Prevention Systeme (IDS/IPS) sind ein wesentlicher Bestandteil einer umfassenden Sicherheitsstrategie für Proxmox. Sie bieten Schutz durch die Erkennung und Verhinderung unbefugter Zugriffe und Angriffe. Durch die richtige Auswahl, Konfiguration, Überwachung und regelmäßige Aktualisierung von IDS/IPS-Systemen können Sie die Sicherheit Ihrer Proxmox-Umgebung erheblich verbessern und potenzielle Bedrohungen proaktiv verwalten.

Proxmox Ab-Härtung Debian Bullseye und Debian Bookworm

Schnelle und effektive Reaktionen auf Sicherheitsvorfälle sind entscheidend, um den Schaden zu minimieren und die Integrität Ihrer Systeme und Daten zu wahren. Durch ein gut strukturiertes Benachrichtigungs- und Reaktionssystem können Sicherheitsvorfälle rechtzeitig erkannt, gemeldet und behandelt werden. Dies hilft dabei, potenzielle Bedrohungen zu neutralisieren, bevor sie erheblichen Schaden anrichten. 

Erkennung von Sicherheitsvorfällen:

  • Implementieren Sie Überwachungs- und Detektionssysteme wie Intrusion Detection Systems (IDS), Intrusion Prevention Systems (IPS) und Security Information and Event Management (SIEM)-Lösungen, um verdächtige Aktivitäten und Anomalien zu erkennen.
  • Beispiele für SIEM-Tools: Splunk, LogRhythm, QRadar.

Benachrichtigungskanäle einrichten:

  • Richten Sie automatische Benachrichtigungen ein, die bei Erkennung eines Sicherheitsvorfalls ausgelöst werden.
  • Verwenden Sie verschiedene Kommunikationskanäle wie E-Mails, SMS, Instant Messaging (z.B. Slack, Microsoft Teams) und Dashboards, um sicherzustellen, dass relevante Personen sofort informiert werden.
  • Beispielkonfiguration für eine E-Mail-Benachrichtigung in einem SIEM-Tool:

{
"action": "send_email",
"to": "security-admin@example.com",
"subject": "Sicherheitsvorfall wurde erkannt",
"body": "Ein Sicherheitsvorfall wurde erkannt. Details: xxxxxx"
}

Reaktionspläne und Playbooks entwickeln:

  • Erstellen Sie detaillierte Reaktionspläne und Playbooks für verschiedene Arten von Sicherheitsvorfällen. Diese sollten klare Anweisungen enthalten, wie auf bestimmte Bedrohungen zu reagieren ist.
  • Stellen Sie sicher, dass alle Mitglieder des IT- und Sicherheitsteams diese Pläne kennen und regelmäßig üben.

Eskalationsprozesse definieren:

  • Definieren Sie klare Eskalationsprozesse, um sicherzustellen, dass schwerwiegende Vorfälle sofort an höhere Ebenen im Management und an externe Partner (wie Incident Response-Teams) weitergeleitet werden.
  • Beispiel einer Eskalationsmatrix:
Schweregrad Beschreibung Verantwortlicher Eskalationsstufe
Niedrig Ungewöhnliche Anmeldeversuche IT-Support 1a
Mittel Verdächtige Netzwerkaktivitäten IT-Sicherheit 1b
Hoch Datenleck, Ransomware-Angriff CISO 1c

Echtzeitüberwachung und -analyse:

  • Verwenden Sie Tools zur Echtzeitüberwachung und -analyse von Sicherheitsvorfällen. Dashboards und Alarmierungen sollten in Echtzeit anzeigen, wenn ein Vorfall erkannt wird.
  • Beispiel für die Einrichtung eines Überwachungsdashboards:

apt-get install grafana
grafana-server start

Dokumentation von Sicherheitsvorfällen:

  • Führen Sie ein detailliertes Protokoll aller Sicherheitsvorfälle, einschließlich Datum, Uhrzeit, Art des Vorfalls, betroffene Systeme und ergriffene Maßnahmen.
  • Verwenden Sie Incident Management-Software, um Vorfälle zu verfolgen und zu dokumentieren, z.B. JIRA, ServiceNow.

Analyse und Forensik:

  • Führen Sie nach einem Vorfall eine gründliche Analyse durch, um die Ursache zu identifizieren und zu verstehen, wie der Vorfall abgelaufen ist.
  • Verwenden Sie forensische Tools, um Beweise zu sammeln und zu analysieren. Beispiele sind Autopsy, EnCase und The Sleuth Kit.

Kommunikation mit Stakeholdern:

  • Informieren Sie alle relevanten internen und externen Stakeholder zeitnah über den Vorfall und die ergriffenen Maßnahmen.
  • Bereiten Sie Vorlagen für Kommunikationsmuster vor, um schnell und konsistent reagieren zu können.

Verbesserung und Prävention:

  • Nach Abschluss eines Vorfalls sollten so genannte Lessons Learned identifiziert und in zukünftige Sicherheitsstrategien integriert werden.
  • Passen Sie Sicherheitsrichtlinien und -maßnahmen an, um ähnliche Vorfälle in der Zukunft zu verhindern.

Regelmäßige Schulungen und Übungen:

  • Schulen Sie Ihr IT- und Sicherheitspersonal regelmäßig in den neuesten Bedrohungen und den entsprechenden Reaktionsmaßnahmen.
  • Führen Sie regelmäßige Simulationen und Tabletop-Übungen durch, um die Bereitschaft und die Effektivität der Reaktionspläne zu testen.

Best Practices:

  • Proaktive Überwachung: Nutzen Sie proaktive Überwachungs- und Analysetools, um Sicherheitsvorfälle frühzeitig zu erkennen.
  • Schnelle Reaktion: Stellen Sie sicher, dass Ihr Team rund um die Uhr bereit ist, auf Sicherheitsvorfälle zu reagieren.
  • Regelmäßige Updates: Halten Sie Ihre Erkennungs- und Reaktionspläne auf dem neuesten Stand, um sich gegen neue Bedrohungen zu wappnen.

Die Fähigkeit, schnell und effektiv auf Sicherheitsvorfälle zu reagieren, ist entscheidend für den Schutz Ihrer Proxmox-Umgebung. Durch die Einrichtung automatischer Benachrichtigungen, die Entwicklung detaillierter Reaktionspläne, regelmäßige Schulungen und die Nutzung geeigneter Überwachungs- und Analysetools können Sie sicherstellen, dass ihr Team gut vorbereitet ist, um Sicherheitsvorfälle zu erkennen, darauf zu reagieren und zukünftige Vorfälle zu verhindern.

Ralf-Peter Kleinert, 09.06.2024